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Warum Uruguay?

Straßenbild in Colonia

Warum Uruguay?

Teatro Solís in Montevideo

Uruguay: der Winzling zwischen den übermächtigen Riesen Argentinien und Brasilien

Uruguay ist für viele noch immer ein weißer Fleck auf der südamerikanischen Landkarte.

1930 fand hier die erste Fußballweltmeisterschaft statt, die von den Spielern in den hellblauen Trikots auch gleich gewonnen wurde. Zwanzig Jahre später bestiegen die „Urus“ zum zweiten Mal den Fußballthron als sie die Brasilianer mit 2:1 vor 200.000 Zuschauern im Maracaná-Stadion in Rio de Janeiro besiegten, ihr Land damit in den celeste-farbenen Fußballhimmel hievten und den großen Nachbarn in eine nationale Depression traumatischen Ausmaßes stürzten, die bis heute nicht ganz überwunden ist – das wissen viele noch.

Vielleicht fällt manchem darüberhinaus noch der Film „Das Haus in Montevideo“ von 1963 ein, der, wenn auch eine herrliche Komödie, mit dem südamerikanischen Land und seiner Hauptstadt ungefähr soviel zu tun hat wie Heinz Rühmann mit einem uruguayischen Gaucho. Ach ja – Gauchos und große Rinderherden, die gibt es dort auch noch – aber sonst? Da hört’s meist auf.

UrUgUay – die faszinierenden „drei U auf engstem Raum“, die der Sänger Funny van Dannen in seinem Lied „Uruguay“ besingt, lösen sicher bei manchem exotische Gefühle aus. Doch so exotisch ist Uruguay gar nicht. Das Land gilt als das europäischste Lateinamerikas und der mit Abstand größte Teil der Bevölkerung ist europäischer Abstammung. Entsprechend geprägt sind die Lebensgewohnheiten, die Ansichten und die Kultur. Das macht es Zugezogenen leicht. Praktisch jede uruguayische Familie hat ihre Einwanderer-Geschichte, Neuankömmlinge sind daher nichts Besonderes und überall herzlich willkommen.

Uruguays Landschaft erinnert an Europa

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Nicht Borkum und nicht Amrum: Leuchtturm am Cabo Polonio

Warum Uruguay?

Typische uruguayische Landschaft

Neben der Kultur ist es aber auch die typische uruguayische Landschaft, die an Europa erinnert: Das offene, immergrüne, sanft hügelige Grasland mit vereinzelten Baumgruppen und den überall vorhandenen Eukalyptuswäldern. Spektakuläre landschaftliche Highlights hat Uruguay freilich nicht zu bieten. Nichts, was in Reisebüchern zu finden wäre, keine außergewöhnlich hohen Berge, keine tiefen Canyons oder reißenden Wasserfälle. Auch an den Stränden, die selbst während der Hauptsaison alles andere als überlaufen sind, fühlt sich mancher sicher ans Mittelmeer versetzt und wenn man einen Leuchtturm zwischen Dünen sieht und die vielen riedgedeckten Häuser, dann sind es wohl nur die Temperaturen und ein paar Palmen, die daran erinnern, dass man nicht am Nordseestrand, sondern wirklich in Südamerika ist.

Die Badesaison in Uruguay

Oft ist zu lesen, dass außerhalb der Saison die Badeorte praktisch restlos ausgestorben seien. Zumindest was den Küstenabschnitt zwischen Montevideo und Punta del Este angeht, müssen wir dem ganz eindeutig widersprechen. In der langen Tradition dieser verhältnismäßig kurzen Hochsaison hat es natürlich Zeiten gegeben, in denen die Balnearios praktisch menschenleer waren und für die Badeorte jenseits von Punta del Este gilt das auch heute noch. Je weiter man sich die Küste entlang Richtung Brasilien bewegt, desto verwaister wirken die Orte in den verbleibenden 9 Monaten.

Was aber die Badeorte zwischen Uruguays einzigen internationalen Flughäfen, nämlich Carrasco in Montevideo und dem Aeropuerto Internacional de Punta del Este anbelangt, so hat sich das Bild in den letzten fünf Jahren sehr gewandelt.

Die Fahrt von Montevideo nach Punta del Este über die autobahnähnlich ausgebaute Interbalnearia, die Küstenstraße, dauert kaum länger als eineinhalb Stunden. Die Zeiten, in denen man stundenlang auf holprigen Pisten unterwegs war oder mit der gemächlich dahinschnaufenden Küstenbahn in die Sommerfrische schaukelte, gehören lange der Vergangenheit an. Immer mehr Menschen entdecken heute die Vorzüge eines dauerhaften Wohnsitzes an der Küste und genießen das Privileg, in den warmen Monaten außerhalb der Saison, also Oktober bis Dezember und Mitte März bis Mai, die herrlichen Strände fast für sich zu haben. Und noch etwas zu Punta del Este: Was heute in Südamerika als Synonym für Wohlstand, Luxus und Urlaubsfreuden steht, ist eigentlich nur ein Stadtteil von Maldonado, der Hauptstadt des gleichnamigen Departamentos und ist über die Jahrzehnte mit dem Zentrum der Stadt zusammengewachsen. Maldonado hat ca. 50.000 Einwohner. Wer kann da glauben, dass der Stadtteil Punta del Este ausgestorben bliebe. Schon heute zählt Punta ca. 10.000 permanent dort lebende Einwohner. Wer natürlich das ganze Jahr über das quirlige Leben braucht, der wird an Uruguays Küste kaum glücklich werden.

Warum Uruguay?

Punta im Winter

Warum Uruguay?

Playa Mansa in Punta del Este in der Hauptsaison

Wirtschaft und Lebenshaltung in Uruguay

Uruguay hat sich in den letzten Jahren unglaublich entwickelt und die Prognosen unabhängiger Wirtschaftsexperten lassen auch für die nächste Zukunft eine positive Entwicklung erwarten. Natürlich gibt es in Uruguay weiterhin Probleme – in welchem Land der Welt gäbe es die nicht? Wenn man mit dem Gedanken spielt, sich an Uruguays Küste dauerhaft niederzulassen, sollte man sich vorher auch einmal ein wenig vom Inland, dem Interior, ansehen. Je weiter man sich ins Landesinnere begibt, umso häufiger wird man auch heute noch bitterste Armut sehen, wie natürlich auch in den Armenvierteln Montevideos.

Die positive wirtschaftliche Entwicklung mit Wachstumsraten bis zu 7 % in den letzten Jahren, verbunden mit einer leider relativ hohen Inflation, bringt es mit sich, dass Uruguay nicht als „Billigland“ bezeichnet werden kann. Die Lebenshaltungskosten sind zwar immer noch etwas geringer als in den meisten Ländern Westeuropa, für südamerikanische Verhältnisse sind sie allerdings fraglos sehr hoch.

Wir werden sehr häufig gefragt, mit welchen monatlichen Kosten pro Person man ungefähr zu rechnen habe. Pauschal lässt sich das kaum beantworten, denn es kommt dabei natürlich auf die individuellen Umstände und Bedürfnisse an. Wer statt der sehr guten einheimischen Biersorten beispielsweise gern mal ein Weißbier trinkt oder auf die Nutella auf dem Frühstückstisch nicht verzichten mag, muss entsprechend tief in die Tasche greifen. Auch kann man in einem Supermarkt an der Küste leicht das Anderthalbfache dessen ausgeben, was man in einem unter Umständen nur wenige Kilometer entfernten Supermercado eines kleinen Ortes im Inland bezahlen würde. Für einen Großeinkauf lohnt sich die Fahrt – trotz der auch hier nicht mehr ganz günstigen Benzinpreise. Ein Liter Super kostet zur Zeit ca. 45,9 Peso, was etwa 1,35 Euro entspricht (10/2017).

Ganz entschieden preiswerter als in Deutschland ist die medizinische Versorgung. Eine gute Rundumversorgung bieten verschiedene Krankenhausketten ab einem monatlichem Beitrag von 75 USD. Überhaupt ist der medizinische Standard in Uruguay recht hoch und diesbezügliche Sorgen können wir auch aus eigener Erfahrung guten Gewissens beruhigen. Bis zum 65. Lebensjahr ist die Aufnahme in eine dieser Vereinigungen in der Regel kein Problem und die Beiträge sind altersunabhängig gleich.

In Uruguay kommt auf ca. 250 Einwohner ein Arzt. Auch wenn dieser Wert allein wenig aussagekräftig ist, zumindest nach nackten Zahlen ist das eine bessere Versorgung als in Deutschland.

Auch in anderer Hinsicht steht Uruguay im internationalen Vergleich nicht schlecht da. Die Bedingungen für Investitionen jeder Art sind beispielsweise ideal. Ganz besonders muss in diesem Zusammenhang der staatlich per Gesetz garantierte Schutz in- und ausländischer Investitionen hervorgehoben werden, der weit über internationalem Standard liegt. Es gibt dabei eine absolute Gleichbehandlung ausländischer und inländischer Investoren.

Der Erwerb von Grundeigentum ist entsprechend auch für Ausländer völlig unproblematisch. Für Investitionen in Immobilien herrscht also in Uruguay ein ausgesprochen positives Klima, gegeben durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die hohe wirtschaftliche und politische Stabilität.

Und außerdem: Uruguay mag ein an spektakulären Highlights jeglicher Art armes Land sein und hat diesbezüglich vieles nicht, was andere haben. Dafür hat es aber auch anderes nicht, nämlich Terrorismus, Erd- oder Seebeben, Vulkane oder Hurrikans.

Fazit

„Aqui no pasa nada“, hier passiert nichts, sagen die Uruguayer oft, wenn sie über ihre Heimat sprechen. Bezüglich Naturkatastrophen und anderer Probleme gilt diese Redensart sicher, in ihrer ursprünglichen Bedeutung jedoch haben die positiven Entwicklungen der letzten Jahre sie Lügen gestraft.

Uruguay ist wie Anfangs schon erwähnt ein gastfreundliches und sonniges Land mit einem angenehmen Klima – nicht nur in meteorologischer Hinsicht. „Bienvenidos“, herzlich willkommen, heißt es in Uruguay und das spürt man – überall und immer wieder.

Warum Uruguay?

In den Bergen von Minas

Warum Uruguay?

Blick auf die Halbinsel von Punta del Este

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