01.08.2016 – Führungskrise im Mercosur

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Die südamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur ist aufgrund eines Konflikts um das sozialistische Mitgliedsland Venezuela in eine Führungskrise geraten. Seitdem Uruguay am 29.07. seine sechsmonatige temporäre Präsidentschaft für beendet erklärte, ist der Block ohne Vorsitz. Uruguay hatte die Geschäfte gemäß alphabetischer Reihenfolge an Venezuela übergeben. Brasilien und Paraguay reagierten verärgert auf diesen Schritt und legten eine andere Interpretation des Gründungsvertrages nahe. Die traditionell gemeinsame Übergabe der Präsidentschaft hätte am 30. Juli unter Anwesenheit aller Außen- und Wirtschaftsminister des Mercosur vollzogen werden sollen. Da Brasilien und Paraguay dieses Treffen aber boykottierten, sah Uruguay sich zu einseitiger Handlung gezwungen. Brasilien und Paraguay versuchten mit ihrem Fernbleiben die Mercosur-Präsidentschaft Venezuelas zu verhindern, da erhebliche Zweifel an der Demokratie des Landes bestünden. Uruguays Präsident Tabaré Vázquez hatte dagegen erklärt, die Übergabe in jedem Fall durchführen zu wollen, da keine juristischen Gründe dagegen sprächen.

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