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Uruguay
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16. September 2008 Der erst 4 Monate alte Staatenbund UNASUR, dem auch Uruguay angehört, verurteilt bei einem Treffen in Santiago de Chile jeden Versuch eines möglichen zivilen Staatsstreiches in Bolivien. Die Präsidenten aus 9 südamerikanischen Ländern sicherten Präsident Evo Morales Unterstützung zu und wendeten sich in einer 9 Punkte umfassenden Erklärung gegen derartige Bestrebungen oppositioneller Gouverneure, die für die fünf Unruheprovinzen mehr Autonomie fordern. Aufgrund dieser Erklärung scheint sich die Sitiuation in Bolivien zu entspannen. Morales und die fünf gegnerischen Gouverneure wollen miteinander sprechen. Boliviens Präsident zeigte sich deshalb mit der Erklärung hoch zufrieden: "Zum ersten Mal in der Geschichte Südamerikas beschließen die Länder unter sich, die Probleme Südamerikas selbst zu lösen. Es ist bekannt, dass früher, sogar bei internen oder bilateralen Angelegenheiten in Lateinamerika diese in den Vereinigten Staaten entschieden wurden."
27. Juni 2008 Vor der Küste Uruguays entdecken Geologen ein riesiges Erdgasfeld. Nach ersten Untersuchungen lagern zwischen 28 und 84 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Atlantik vor der Küste. Über mögliche Ölvorkommen in dem Gebiet gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse.
23. Mai 2008 Die zwölf Länder Südamerikas rufen einen Staatenbund zur Beschleunigung der regionalen Integration ins Leben. Die Gründungsurkunde der «Union der Südamerikanischen Nationen»
(Unasur) wurde von den Staats- und Regierungschefs bei einem
Gipfeltreffen in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia unterzeichnet.
Den Vorsitz der Organisation übernimmt für das erste Jahr die
chilenische Staatspräsidentin Michelle Bachelet. Unasur folge dem Modell der Europäischen Union, sagte der
brasilianische Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva. Der
Subkontinent werde dank der neuen Integrationsbemühungen einen
«riesigen Sprung in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung»
machen, versicherte er. Die Union sei ein entscheidender Schritt in
Richtung der Integration Südamerikas.
21. April 2008 Der frühere katholische "Armen-Bischof" Fernando Lugo gewinnt klar die
Präsidentenwahl in Paraguay mit 40,8 Prozent und erzwingt damit einen historischen Machtwechsel. In den Straßen der Hauptstadt Asunción feiern Zehntausende Menschen den Sieg Lugos und das Ende der seit 61 Jahren
ununterbrochen regierenden Colorado-Partei. Lugos Kontrahentin Blanca Ovelar von der Colorado-Partei konnte nur
rund 30 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen. "Wir akzeptieren
das Ergebnis", sagt die ehemalige Bildungsministerin und gesteht damit
ihre Niederlage ein. Viele Beobachter glauben aber nicht, dass die
Colorados Macht und Pfründe widerstandslos hergeben werden. Gewaltsame
Unruhen und Tumulte in dem rund sechs Millionen Einwohner zählenden
Land werden befürchtet. Mit Lugo an der Macht ist Paraguay nach Brasilien, Chile, Argentinien,
Bolivien, Venezuela, Ecuador, Uruguay und Nicaragua das neunte Land in
Lateinamerika mit einer linken Regierung.
17. April 2008 Im Paraná-Delta werden von Großgrundbesitzern ca. 70.000 ha Buschland brandgerodet, eine Fläche, die mit der des Bundeslandes Hamburg vergleichbar ist. Die Rauchwolke zieht über den gesamten Rio de la Plata bis nach Montevideo und sogar Punta del Este. Der Flughafen von Buenos Aires muss zeitweise seinen Betrieb einstellen und mehrere Straßen werden gesperrt. Aufgrund der extremen Rauchentwicklung kommt es zu zahlreichen Verkehrsunfällen, bei denen neun Menschen sterben und über fünfzig verletzt werden. Wegen Atembeschwerden und Augenreizungen müssen zahlreiche Menschen in Krankenhäuser eingeliefert werden. Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner verurteilt das Vorgehen als unverantwortlich und irrational. Laut
Regierung laufen bereits strafrechtliche Ermittlungen wegen
vorsätzlicher Umweltzerstörung und Gesundheitsschädigung.
16. Januar 2008 Paläontologen entdecken in Uruguay den Schädel eines wahrscheinlich ungefähr 1.000 Kilogramm schweren Nagetiers. Das wird aus der Vermessung des Schädels und einem Vergleich mit Überresten anderer Nagetiere geschlossen. Das Tier mit dem Namen Josephoartigasia monesi ist damit doppelt so schwer wie das bisher größte bekannte Nagetier Phoberomys und 16-mal schwerer als das Wasserschwein, das mit seinen 60 Kilogramm die Liste der größten lebenden Nagetiere anführt.
17. Dezember 2007 Der letzte Militärmachthaber Uruguays, Gregorio
Alvarez, wird festgenommen und in ein Militärgefängnis gebracht. Der
82-Jährige muss sich wegen des spurlosen Verschwindens von etwa 40
politischen Gefangenen in der Zeit der Diktatur vor Gericht
verantworten. Alvarez war von 1981 bis 1985 Chef der Militärregierung.
10. Dezember 2007 Im Hafen von Montevideo stößt das Kreuzfahrtschiff
"Norwegian Dream" mit einem Frachter zusammen und wird am Bug
beschädigt. Die 1700 Passagiere kommen mit dem Schrecken davon, der
Hafen von Montevideo wird jedoch vorübergehend geschlossen, da bei der
Kollision ein großer Teil der Ladung des Frachters über Bord geht. Das
Schiff der Reederei Norwegian Cruise Line muss repariert werden, bevor
es seine Reise von Buenos Aires nach Feuerland fortsetzen kann.
8. November 2007 Uruguays Präsident Tabaré Vázquez erteilt während
des Iberoamerika-Gipfels in Santiago de Chile die Erlaubnis zur
Inbetriebnahme der umstrittenen Zellulosefabrik in Fray Bentos. Zuvor
waren erneut Gespräche zwischen Uruguay und Argentinien ergebnislos
beendet worden. Seit zwei Jahren
hatten argentinische Umweltschützer gegen die Anlage demonstriert, die
am Grenzfluss Río Uruguay liegt. Unterstützt wurden sie dabei von
Argentiniens amtierenden Präsidenten Néstor Kirchner. Seine Ehefrau
Cristina Fernández de Kirchner, die sein Amt am 10. Dezember übernimmt,
hatte die Gegner des Projekts unmittelbar vor dem Gipfel aufgefordert,
sich zu mäßigen. Die Fabrik nimmt am folgenden Tag um sechs Uhr
Ortszeit ihren Betrieb auf
29. Oktober 2007 Uruguay bestellt als erste Nation das von der
Initiative One Laptop per Child (OLPC) entwickelte sogenannte
100-Dollar-Notebook. Das staatlich geführte Laboratorio Tecnológico del
Uruguay ordert 100 000 Modelle für Schulkinder zwischen sechs und zwölf
Jahren. Bis 2009 sollen weitere 300 000 Laptops hinzukommen. Ziel der
OLPC ist es, jedem Kind, dem eine ordentliche Schulbildung dadurch
erschwert ist, dass es in einem weniger hoch entwickelten Land lebt,
einen Laptop zum Lernen zur Verfügung zu stellen. Der Preis des
Computers, der ursprünglich bei 100 Dollar liegen sollte, hat sich
inzwischen allerdings fast verdoppelt.
2. Oktober 2007 Uruguay will die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr
2030 zusammen mit Argentinien ausrichten - 100 Jahre nach der ersten
WM, die in der Hauptstadt Montevideo stattfand. Das erklärt der
Präsident des uruguayischen Fußballverbandes AUF, José Luis Corbo. Das
Exekutivkomitee des südamerikanischen Verbandes Conmebol habe sich auf
diese Kandidatur geeinigt. Eine gemeinsame Bewerbung hatte Uruguays
Präsident Tabaré Vázquez schon vor zwei Jahren bei einem Besuch des
Präsidenten des Weltfußballverbands Fifa, Joseph Blatter, in Montevideo
befürwortet
12. September 2007 Russland will die bilateralen Beziehungen mit
Uruguay vertiefen. Das teilt der russische Außenminister Sergej Lawrow
bei seinem Besuch in Montevideo mit, wo er mit Präsident Tabaré Vázquez
und Außenminister Reinaldo Gargano zusammentrifft. Im uruguayischen
Parlament ruft Lawrow zur Zusammenarbeit bei Investitionen auf.
Russland habe Know-how etwa in der Stromwirtschaft und beim Bau von
Gaspipelines anzubieten. Uruguay, das zurzeit dem Mercosur vorsitzt,
lädt Russland zum nächsten Gipfel des Wirtschaftsverbundes im Dezember
ein
1. Juli 2007 Nach fast vierzig Jahren wird in Uruguay wieder eine
Einkommenssteuer von bis zu 25 Prozent erhoben. Vor allem Selbständige
müssen mit Einbußen rechnen, während Angestellte bisher schon Abgaben
leisten mussten, die nun von der neuen Einkommensteuer abgelöst werden.
Sie bildet das Herzstück einer Reform des Steuersystems, das als
schwerfällig gilt und nun einfacher und fairer werden soll.
19. Juni 2007 Uruguay gedenkt mit einem "Tag des nie wieder" der
Opfer der Militärdiktatur von 1973 bis 1985. Die Feier am Geburtstag
des Nationalhelden José Artigas solle die Versöhnung aller Uruguayer
voranbringen, erklärt Präsident Tabaré Vázquez auf der zentralen
Veranstaltung in Montevideo. Während rechtsgerichtete Ex-Präsidenten,
unter anderem Vázquez' Vorgänger Jorge Batlle, erst gar nicht
erscheinen, kommt es im Zentrum der Hauptstadt zu Zusammenstößen
zwischen linken Gegendemonstranten und der Polizei
30. Mai 2007 Ohne Ergebnis beenden Uruguay und Argentinien in New York
eine erste Gesprächsrunde im Konflikt um den Bau einer
Zellulose-Fabrik. Argentinien wehrt sich seit eineinhalb Jahren gegen
die inzwischen fast fertige Anlage des finnischen Botnia-Konzerns auf
der uruguayischen Seite des Río Uruguay und verlangt eine Verlegung. Initiiert hatte die
Vermittlungsgespräche der spanische König Juan Carlos. Beide Seiten
erklären zwar ihren "guten Willen", den Streit beizulegen, weichen
jedoch nicht von ihren Positionen ab. Im Juni soll erneut verhandelt
werden. Mit einer Einigung wird jedoch nicht vor Ende des
argentinischen Präsidentschaftswahlkampfs im Oktober gerechnet.
Beobachter deuten das als Indiz dafür, dass eine Entscheidung zugunsten
Uruguays hinter den Kulissen bereits gefallen ist.
10. Mai 2007 Nach den schwersten Überschwemmungen seit 48 Jahren
bittet Uruguays Regierung die Vereinten Nationen um Hilfe. Das
Parlament hat den Staatsnotstand ausgerufen. Sieben der 19
Departamentos sind betroffen, 12 000 Menschen mussten evakuiert werden.
Tausende Häuser und die öffentliche Infrastruktur sind zum Teil schwer
beschädigt. 30 000 Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. In
Durazno ist der Pegel des Río Yí auf 14 Meter über Normal angestiegen -
der größte Teil der Stadt steht unter Wasser
7. Mai 2007 In Montevideo tritt das Parlament des Mercosur
(Gemeinsamer Markt des Südens) zu seiner ersten Sitzung zusammen. Jedes
der Mitglieder Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay stellt 18
Vertreter. Das noch nicht vollständig aufgenommene Venezuela nimmt mit
Berater-Status teil. Die 72 Parlamentarier wählen den Paraguayer
Alfonso González Núñez zum ersten Präsidenten des Organs mit ständigem
Sitz in der uruguayischen Hauptstadt. Seine Entscheidungen sind für die
Mitgliedsländer noch nicht bindend.
10. März 2007 Der amerikanische Präsident George W. Bush trifft sich
mit seinem uruguayischen Amtskollegen Tabaré Vázquez auf dessen
Landsitz Anchorena etwa 180 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt
Montevideo. Uruguay ist die zweite Station auf der Lateinamerikareise
des US-Präsidenten. Bei dessen Ankunft in Montevideo am Vortag hatten
etwa 6000 Menschen gegen den Besuch demonstriert. In den Gesprächen
zwischen Bush und Vázquez geht es vor allem um eine weitere Vertiefung
der Wirtschaftsbeziehungen.
13. Februar 2007 Das bekannte uruguayische Fotomodel Eliana Ramos wird
im Haus ihrer Großeltern in Montevideo tot aufgefunden. Die 18-Jährige
starb an einem Herzinfarkt, vermutlich infolge unzureichender
Ernährung. Erst gut ein halbes Jahr zuvor, am 2. August 2006, war ihre
vier Jahre ältere Schwester Luisel während einer Modenschau an
Herzversagen nach Mangelernährung verstorben. Die Modewoche in Madrid
entschloss sich daraufhin, keine stark untergewichtigen Modelle mehr
auf den Laufsteg zu schicken.
25. Januar 2007 Uruguay und die USA unterzeichnen in Montevideo ein
Trade and Investment Framework Arrangement (TIFA). Uruguay müsse "seine
Möglichkeiten für eine breitere Erschließung der Weltmärkte nutzen", so
Wirtschaftsminister Danilo Astori zu dem Rahmenvertrag, der als
Vorstufe eines Freihandelsabkommens gilt. Damit verschärft sich auch
die Krise des Mercosur. Die Regierung in Montevideo wirft dem
südamerikanischen Wirtschaftsverbund vor, seine Interessen vor allem in
der Auseinandersetzung mit Argentinien nicht ausreichend zu
berücksichtigen.
23. Januar 2007 Schlappe für Uruguay im Rechtsstreit mit Argentinien:
Montevideos Antrag auf eine einstweilige Verfügung wegen anhaltender
Grenzblockaden wird vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag
abgelehnt. Die Sperren
verursachten keine irreparablen Schäden, so Gerichtspräsidentin Rosalyn
Higgins. Damit bleibt der seit über einem Jahr schwelende Konflikt um
den Bau einer Zellulosefabrik ungelöst. Vor allem Uruguays Ferienziele
leiden unter den Protestaktionen: In den ersten beiden Wochen des neuen
Jahres sind 20 Prozent weniger argentinische Touristen eingereist als
im Vorjahreszeitraum, berichtet das Tourismusministerium.
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