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Uruguay
Aktuelle Nachrichten | Uruguay-Nachrichten |
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12. Dezember 2012Mit überwältigender Mehrheit stimmt das uruguayische Unterhaus für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe. Das Gesetz muss nun noch vom Senat beschlossen und von Präsident José Mujica in Kraft gesetzt werden. Die Zustimmung gilt aber jeweils als sicher. Uruguay wäre nach Argentinien das zweite lateinamerikanische Land, welches die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ermöglicht. Bereits seit 2008 dürfen in Uruguay homosexuelle Paare, die mindestens fünf Jahre zusammenleben, ihre Partnerschaft registrieren lassen.
11. Dezember 2012Die uruguayische Fluggesellschaft BQB Lineas Aereas wird ab April 2013 die von der Iberia aufgegebene Flugverbindung zwischen Madrid und Montevideo übernehmen. Die Flüge sollen mit zwei Boeing 767 sechsmal wöchentlich erfolgen.
02. Dezember 2012Bei der Erstligabegegnung der beiden Fußballvereine Montevideo Wanderers und Juventud kommt es zu einem unrühmlichen Rekord: Nach einer Massenschlägerei auf dem Platz zeigt der Schiedsrichter 17 Spielern die rote Karte.
26. November 2012Die spanische Fluggesellschaft Iberia kündigt an, die Flugverbindung zwischen Madrid und Montevideo ab April 2013 einzustellen.
08. November 2012Die uruguayische Regierung rechnet bis Ende 2012 mit einem Rückgang der Armutsrate auf 12,1%.
24. Oktober 2012Nach auf Berichten des IWF basierenden Informationen von Latinvex verzeichnete Uruguay mit 27,7% im Zeitraum von 2008 bis 2012 nach Panama (32,4%) den zweithöchsten Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens in Lateinamerika. Damit ist das Pro-Kopf-Einkommen in Uruguay mit 15.840 US$ das zweithöchste der Region (1. Chile mit 18.354 US$).
17. Oktober 2012Mit einer Mehrheit von 3 Stimmen verabschiedet der uruguayische Senat ein Gesetz, welches die Abtreibung während der ersten 12 Schwangerschaftswochen erlaubt. Nach Kuba ist Uruguay damit das zweite lateinamerikanische Land in dem Schwangerschaftsabbrüche legalisiert wurden.
19. September 2012Ein schwerer Sturm wütet in weiten Teilen Boliviens, Paraguays und Uruguays. Mit Windgeschwindigkeiten von durchschnittlich 130 km/h, in Punta del Este sogar bis zu 180 km/h, wird die Küste Uruguays getroffen. Bei dem Sturm kommen in Uruguay zwei Menschen ums Leben, ca. 500 müssen evakuiert werden. Die Sachschäden halten sich angesichts der Schwere des Sturms in Grenzen.
8. August 2012Die uruguayische Regierung legt dem Parlament einen Gesetzentwurf zum straffreien Anbau von Marihuana vor. Damit verbunden soll auch die Kommerzialisierung und Verteilung der Droge geregelt werden. Das von Präsident José Mujica präsentierte Projekt soll zudem den Import und Erwerb von Marihuana kontrollieren und Konsumenten registrieren. Erklärtes Ziel der Initiative ist es, legale von illegalen Drogen auf dem Markt zu trennen und Mittel bereitzustellen, um den Konsum der schädlichsten Drogen zu reduzieren. Der Gesetzentwurf ist Teil eines Maßnahmenkatalogs gegen Gewalt und Drogenhandel.
13. Juli 2012Laut einer Umfrage sind 66 Prozent der Uruguayer gegen eine Legalisierung von Marihuana. 24 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Legalisierung aus, zehn Prozent hatten keine Meinung.
9. Juli 2012Die uruguayische Fluggesellschaft Pluna meldet Konkurs an.
6. Juli 2012Die uruguayische Fluggesellschaft Pluna stellt ihren Flugbetrieb auf unbestimmte Zeit ein. “Die wirtschaftliche und finanzielle Situation des Unternehmens macht es unmöglich, einen ordnungsgemäßen Betrieb sicherzustellen. Wir setzen alle Flüge auf unbestimmte Zeit aus”, teilte das Unternehmen in einer Pressekonferenz mit.
30. Juni 2012Venezuela soll Vollmitglied des Mercosur werden, während Paraguay bis zu den Neuwahlen im April 2013 vorläufig suspendiert wurde. Die Entscheidung stößt bei der Opposition in Uruguay auf heftige Kritik. “Es ist bedauerlich, dass Paraguay aus dem Mercosur ausgeschlossen wurde. Dass nun Venezuela die Vollmitgliedschaft ermöglicht werden soll, ist empörend und eine Schande. Dies zeigt das wahre ultimative Ziel dieses Manövers mit diplomatischem Status. Diese schräge Art und Weise diente nur der Erfüllung des Willens von Venezuela”, sagte der Senator und Parteivorsitzende des Partido Nacional, Jorge Washington Larrañaga.
24. Juni 2012Brasilien, Chile, Venezuela und Uruguay ziehen ihre Botschafter aus Paraguay ab. Die Staatsoberhäupter dieser Länder reagieren damit auf die Amtsenthebung von Präsident Fernando Lugo. Mehrere andere Regierungen, darunter Nicaragua, Ecuador, Bolivien und Kuba, wollen Paraguays neuen Präsidenten Federico Franco nicht anerkennen.
21. Juni 2012Die uruguayische Regierung will den staatlichen Verkauf von Marihuana erlauben. "Wir glauben, dass ein Verbot bestimmter Drogen mehr Probleme für die Gesellschaft schafft als die Drogen selbst - mit desaströsen Folgen", sagte Verteidigungsminister Eleuterio Fernandez Huidobro vor Journalisten. Ziel des Plans sei eine "strikte staatliche Kontrolle über die Abgabe und Produktion" von Cannabis. Das Vorhaben ist Teil eines Maßnahmenpakets, mit dem die Regierung gegen Gewalt vorgehen will.
03. Februar 2012Das Baugewerbe in Uruguay kann sich vor Aufträgen nicht retten. Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass im Jahr 2012 bis zu 10.000 neue Arbeitskräfte benötigt werden. Die uruguayische Industrie- und Handelskammer hat Präsident Mujica aus diesem Grund gebeten, im Ruhestand befindliche Rentner zu reaktivieren. Mujica: "Die Bauwirtschaft ist das Thermometer der Wirtschaft, die in diesem Jahr um 4% wachsen wird. Wir hatten in unserer Geschichte noch nie so ein tiefes Niveau der Arbeitslosigkeit” (5,5% im November)."
08. Januar 2012In einer Welle der Gewalt werden in den ersten Tagen des neuen Jahres bei Machtkämpfen zwischen Drogenhändlern siebzehn Menschen ermordet. Richter Néstor Valetti bezeichnet die ausartende Gewalt als alarmierend. “In unserem Land gab es noch nie so viel Gewalt. Die Anzahl der Morde durch Drogenbanden hat historische Ausmaße erreicht.”
28. Dezember 2011Der Senat verabschiedet in der letzten Sitzung des Jahres einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen. 17 Senatoren stimmen dabei für eine Neuregelung, die die straffreie Abtreibung bis zur 12. Woche erlaubt, 14 Senatoren stimmen dagegen. Zuvor hatten sich die Senatoren eine mehr als neunstündige Debatte geliefert. Das Gesetz muss allerdings noch die Abgeordnetenkammer passieren.
21. Dezember 2011Bei einem Gipfeltreffen des Mercosur in Montevideo beschließen die Staaten des südamerikanischen Handelsbündnisses mit Seezugang, Argentinien, Brasilien und Uruguay, ihre Häfen für Schiffe unter der Flagge der Falkland-Inseln zu sperren.
18. Dezember 2011Laut einer Studie des Magazins "The Economist" hält Uruguay den Spitzenplatz hinsichtlich der Demokratisierung in Lateinamerika inne. Im weltweiten Ranking belegt Uruguay Rang 21. Es folgen Chile auf Platz 34, Brasilien auf 47 und Argentinien auf 51. Die Studie unterteilt die untersuchten Länder in vier Kategorien: Volle Demokratien, unvollkommene Demokratien, hybride Staaten und autoritäre Staaten. Neben Uruguay stuft "The Economist" in Lateinamerika lediglich Costa Rica in die Gruppe der Voll-Demokratien ein. Die übrigen lateinamerikanischen Länder sind der zweite Gruppe, Bolivien, Ecuador, Venezuela, Nicaragua, Honduras und Haiti den hybriden Staaten zugeordnet.
15. Dezember 2011Schiffe mit Falkland-Flagge sind in Uruguay auch weiterhin nicht erwünscht. Unter der Flagge Großbritanniens fahrende Schiffe dürfen Häfen in Uruguay jedoch anlaufen. Wie Staatspräsident José Mujica gegenüber Medienvertretern betonte, habe es in diesem Zusammenhang keinerlei Druck seitens der argentinischen Regierung gegeben. Mujica reagierte damit auf Behauptungen in der argentinischen Presse, die Regierung Kirchners habe Uruguay unter Druck gesetzt, das Andocken britischer Schiffe zu verbieten. Mujica hatte im Juni 2010 seiner argentinischen Amtskollegin Cristina Fernández de Kirchner jegliche Unterstützung im territorialen Streit um die Falkland-Inseln mit Großbritannien zugesagt.
04. Dezember 2011Auf der Gründungskonferenz der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) in der venezolanischen Hauptstadt Caracas sorgt der uruguayische Präsident José Mujica für einen Eklat. Der ehemalige Stadtguerilla tritt in einer Uniform der venezolanischen Armee auf, was die Opposition seines Heimatlandes als Beleidigung für die uruguayischen Streitkräfte ansieht.
26. Oktober 2011In Uruguay sollen Verbrechen, die während der Militärdiktatur von 1973 bis 1985 begangen wurden, künftig geahndet werden. Eine Initiative der linken Regierungskoalition "Frente Amplio" soll verhindern, dass Diktaturverbrechen aus dieser Zeit zum 1. November dieses Jahres verjähren. Mit nur einer Stimme Mehrheit passiert der Vorschlag den Senat und nach mehr als zehnstündiger Debatte auch den Kongress. In vier Artikeln wird darin festgeschrieben, dass Staatsverbrechen während der Diktatur als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft werden. Mit dem nun verabschiedeten Gesetz kommt die Regierung einem Urteil des interamerikanischen Gerichtshofes nach, der im März dieses Jahres verfügt hatte, dass das Amnestiegesetz gegen internationale Konventionen verstößt. Die uruguayische Bevölkerung hatte sich in zwei Referenden (1989 und 2009) gegen die Annullierung dieses Gesetzes ausgesprochen.
18. Oktober 2011Zwei Tage nach einem viel kritisierten Vortrag kündigt Ex-Präsident Tabaré Vázquez an, sich aus der Politik zurückziehen zu wollen. In dem Vortrag hatte Vázquez im Bezug auf den 2005 aufgekommenen Zellulose-Konflikt mit dem Nachbarland Argentinien gesagt: "Wir haben uns alle Szenarien vorgestellt – von keinen weiteren Konsequenzen bis hin zu einem bewaffneten Konflikt." Mit seinem Rückzug aus der Politik beerdigt der Politiker des Linksbündnisses Frente Amplio auch seine Ambitionen auf eine Wiederwahl 2014. Eine erneute Kandidatur von Vázquez, der bereits von 2005 bis 2010 das oberste Staatsamt in Uruguay bekleidete, galt als sicher. Bei den Wahlen 2009 konnte er aus wahlrechtlichen Gründen als Amtsinhaber nicht direkt noch einmal kandidieren. Sein Parteigenosse José "Pepe" Mujica trat seine Nachfolge an.
11. Oktober 2011Der uruguayische Präsident José Mujica tritt seine erste offizielle Reise nach Europa an. Bei dem zehntägigen Aufenthalt stehen Besuche in Schweden, Norwegen, Belgien und Deutschland auf dem Programm.
4. September 2011Das uruguayische Verteidigungsministerium entlässt den Befehlshaber der UN-Stabilisierungsmission in Haiti (MINUSTAH). Die Regierung reagiert damit auf die Veröffentlichung eines Handyvideos, auf dem ein angeblicher sexueller Übergriff von fünf uruguayischen MINUSTAH-Soldaten auf einen jungen Haitianer zu sehen ist.
18. August 2011Laut einer Studie der angesehenen und unabhängigen Stiftung Getulio Vargas (FGV) erreicht Uruguay im Monat Juli die erste Position auf dem “Wirtschafts-Klima-Index” (ICE) in der Region. Uruguay belegt mit 7,5 Punkten den ersten Platz vor Kolumbien (7,4) und Chile 7,2), danach folgen Paraguay (6,7) und Peru (6,1). Hinter den Top-Five liegen Argentinien (5,9 Punkte), Brasilien (5,8 Punkte), Mexiko und Ecuador (jeweils 5,2 Punkte). Die letzten Plätze belegen die von linksgerichteten Staatsoberhäuptern regierten Länder Bolivien (4,6 Punkte) und Venezuela (4 Punkte).
17. Juli 2011Der ehemalige uruguayische Diktator Juan María Bordaberry ist in seinem Haus in Montevideo gestorben. Im Jahr 2006 wurde der 83-jährige wegen Ermordung mehrerer Oppositioneller zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Seit 2007 verbüßte er seine Haftstrafe aufgrund gesundheitlicher Probleme im Hausarrest. Bordaberry wurde 1971 zum Präsidenten des südamerikanischen Landes gewählt. Zwei Jahre später führte er den zivil-militärischen Putsch an, der in einer Diktatur mündete, die erst 1985 endete.
27. Juni 2011Präsident José Mujica erlässt ein Dekret, welches die Ermittlungen in 80 Fällen von Verbrechen der Militärdiktatur ermöglicht. Durch das Dekret werden alle diesbezüglichen Entscheidungen der drei Vorgängerregierungen für ungültig erklärt. Damit umgeht Mujica das 1986 verabschiedete Amnestiegesetz, das der Militärregierung für die Zeit der Diktatur (1973−1985) Immunität gewährt. Außerdem setzt er sich über die Entscheidung der Abgeordnetenkammer von Ende Mai hinweg, das Schlusspunktgesetz nicht für ungültig zu erklären. Das Dekret diene in erster Linie einer ethischen Pflicht gegenüber den Familien der Diktaturopfer. Mujica hatte bereits vergangenen Monat angekündigt, dass er trotz des Scheiterns der Initiative zur Neuinterpretation des Amnestiegesetzes einen Weg finden werde, eine Reihe von Menschenrechtsverletzungen der Diktatur untersuchen zu lassen.
21. Mai 2011Nach einer 15-stündigen Sitzung des uruguayischen Abgeordnetenhauses ist das Gesetzesvorhaben zur Annullierung des Amnestiegesetzes (Ley de Caducidad) gescheitert. 49 Stimmen der regierenden Fraktion des Linksbündnisses Frente Amplio (FA) reichten nur zum Stimmenpatt gegen die geschlossene Ablehnung der Opposition.
31. April 2011Der Tabakkonzern Philip Morris verklagt Uruguay auf zwei Milliarden Dollar Schadenersatz. Grund sind die strengen Antirauchergesetze des Landes, die Philip Morris als geschäftsschädigend ansieht. Uruguays aktuelles Nichtrauchergesetz ist seit 2006 in Kraft und gilt als eines der schärfsten der Welt. Der Großteil der Oberfläche von Zigarettenpackungen muss mit Warnhinweisen bedeckt sein. Verharmlosende Bezeichnungen wie "Light" oder "mild" sind verboten - ebenso das Rauchen in geschlossenen Räumen.
14. April 2011Nach über zwölfstündiger Debatte und mit nur einer einzigen Stimme Vorsprung erklärt der uruguayische Senat das sogenannte Amnestiegesetz für ungültig. Mit diesem Schritt soll der Weg frei gemacht werden für die juristische Verfolgung der Diktaturverbrechen der Jahre 1973 bis 1985. Zu dem umstrittenen Gesetz gab es 1989 und 2009 bereits zwei Volksabstimmungen, in denen die Uruguayer mehrheitlich gegen die Aufhebung stimmten. Wieder aufgegriffen wurde das Thema, nachdem Uruguay im März vom interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof deshalb verurteilt worden war. Die im Senat leicht veränderte Vorlage muss nun noch einmal zurück ins Parlament und anschließend von Präsident José Mujica verkündet werden, um endgültig in Kraft zu treten.
19. März 2011Die Außenminister Uruguays und Argentiniens, Luis Almagro und Héctor Timerman, verständigen sich darauf, eine gemeinsame Bewerbung für die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2030 einzureichen. Damit könnte die WM nach einhundert Jahren an ihren Ursprungsort zurückkehren. Die erste Weltmeisterschaft hatte 1930 in Uruguay stattgefunden. Argentinien richtete das Turnier 1978 während der Militärdiktatur aus.
15. März 2011Als elftes südamerikanisches Land erkennt Uruguay einen "freien und unabhängigen" Palästinenserstaat an.
27. Februar 2011Uruguay feiert sein zweihundertjähriges Bestehen, sein Bicentenario. Auch wenn noch einige Jahre vergehen sollten bis das Land schließlich zur Republik Uruguay deklariert wurde, begann vor zweihundert Jahren mit dem sogenannten "Unabhängigkeitsruf von Asencio" die Staatsbildung.
2. Februar 2011Uruguay will Palästina im März offiziell als souveränen und unabhängigen Staat unter Achtung der Grenzen von 1967 anerkennen. Kuba, Nicaragua, Costa Rica und Venezuela waren die ersten lateinamerikanischen Staaten, welche die Souveränität Palästinas anerkannten. In den vergangenen Wochen hatten Argentinien, Brasilien, Bolivien, Ecuador, Guyana, Paraguay und Chile Palästina ebenfalls in seinen Grenzen von 1967 anerkannt.
6. Januar 2011Die Arbeitslosigkeit in Uruguay hat mit 6,1% im November 2010 ein Rekordtief erreicht. Während 2003 noch 238.000 Personen ohne Beschäftigung waren, verzeichnete das Nationale Institut für Statistik (INE) Ende 2010 nur noch 84.000 Arbeitslose.
1. November 2010Das oberste Gericht von Uruguay erklärt die Anwendung des Amnestiegesetzes zu Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur von 1973 bis 1985 bei rund zwanzig Mordfällen für verfassungswidrig. Diese sind Teil eines Verfahrens gegen den früheren Diktator Juan María Bordaberry. Bereits vor einem Jahr hatte das Gericht beschlossen, dass die Amnestie im Falle einer von den Sicherheitskräften ermordeten jungen Kommunistin die Verfassung verletze. Bei beiden Urteilen gilt der Gerichtsentscheid nur für die konkreten Fälle, führt also nicht zur Ausserkraftsetzung des Amnestiegesetzes. Das Amnestiegesetz wurde 1986 verabschiedet und seitdem zweimal in Volksabstimmungen bestätigt.
11. September 2010Zwei Tage nach einem Autounfall in Montevideo erliegt der 22 Jahre alte uruguayische Fußballprofi Diego Rodriguez seinen schweren Verletzungen. Der uruguayische Fußball-Verband sagt daraufhin den Meisterschafts-Spieltag ab.
17. August 2010Die Bewohner Uruguays verbrauchen im Durchschnitt pro Jahr 58,2 Kilo Rindfleisch. Damit führt das Land im weltweiten Durchschnitt vor Argentinien, USA, Australien und Brasilien.
2. August 2010Die Russische Föderation ist der größte Abnehmer von Rindfleisch aus Uruguay. Bis zum 24. Juli 2010 erwarb Russland für umgerechnet 199 Millionen US Dollar 74.535 Tonnen Rindfleisch. Dies macht 31,72% des gesamten Rindfleischexportes des südamerikanischen Staates aus.
20. Juli 2010Nach dem Tourismus-Index 2009, erstellt vom Latin Business Chronicle, verbuchte Uruguay die meisten Besucher in Lateinamerika im Bezug auf die Gesamtbevölkerung. “Latin Business Chronicle” erstellt jährlich einen “Tourismus-Index” für Lateinamerika. Dabei wird die Anzahl der Touristen prozentual auf die Bevölkerung des jeweiligen Landes umgerechnet. Uruguay belegt dabei den ersten Platz. Im vergangenen Jahr besuchten ca. 2 Millionen Touristen das kleinste Land Südamerikas, was einen Anstieg von 7% gegenüber dem Vorjahr bedeutet und 61,4% der Gesamtbevölkerung von Uruguay entspricht.
18. Juli 2010Die Kältewelle, die bereits seit Tagen große Teile Südamerikas im Griff hat, fordert in Uruguay ein zweites Todesopfer. Ein etwa 40-jähriger Obdachloser starb in der Nacht zum Freitag in Durazno, im Zentrum des Landes. Bereits am Vortag war bei Frost von bis zu -5 Grad Celsius ein Mann in der Provinz Rocha den niedrigen Temperaturen zum Opfer gefallen.
15. Juli 2010Rund 2.500 Häftlinge in vier Gefängnissen in Uruguay befinden sich im Hungerstreik. Sie protestieren damit gegen die schlechten Zustände in den uruguayischen Haftanstalten und den Tod von 12 Gefangenen, die bei einem Feuer in einer Haftanstalt in Rocha, etwa 210 km östlich von Montevideo, starben. Das Feuer, dass im Gefängnis von Rocha am Morgen des 8. Juli ausbrach, war eine der größten Tragödien in der Geschichte des Landes.
13. Juli 2010Die Nationalmannschaft Uruguays beschließt nach der WM 2010 alle gewonnenen Preise zu stiften und in die "Fundación Celeste" einfließen zu lassen. Mit den Geldern sollen Wohltätigkeitsprojekte besonders im Inneren des Landes gestartet werden. 13. Juli 2010Ca. 150.000 - 200.000 Menschen bereiten der uruguayischen Nationalmannschaft um Stürmer Diego Forlán bei ihrer Rückkehr aus Südafrika einen euphorischen Empfang. Die Karawane mit dem Mannschaftsbus kriecht wegen des Massenandrangs viereinhalb Stunden durch die Straßen Montevideos. Der Jubel kennt keine Grenzen. Die Tageszeitung "El País" spricht am folgenden Tag gar vom "Tag, der Uruguays Gesicht veränderte."
10. Juli 2010Bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika unterliegt die Celeste, die uruguayische Nationalmannschaft, im Spiel um Platz 3 gegen Deutschland 2:3. Der vierte Platz ist für Uruguay der größte fußballerische Erfolg seit 40 Jahren. Entsprechend ausgelassen feiern die Menschen auf den Straßen trotz der knappen Niederlage. 17. Juni 2010Erstmals geben argentinische Umweltschützer die Blockade der Brücke über den Río Uruguay in Fray Bentos auf, die sie seit 2006 wegen einer auf der uruguayischen Seite des Flusses erbauten Papierfabrik besetzt hielten. Die Blockade der für Uruguay wirtschaftlich wichtigen Verbindung zum Nachbarland soll zunächst "probeweise" für 6 Wochen aufgehoben werden. Ihre weitere Vorgehensweise machen die Umweltaktivisten vom Ausgang der politischen Verhandlungen in dieser Sache zwischen Argentinien und Uruguay abhängig. 10. Mai 2010Bei den Kommunalwahlen muss das regierende Linksbündnis Frente Amplio gewaltige Stimmverluste hinnehmen. Von den 19 Departamentos werden zukünftig nur noch 5, nämlich Montevideo, Canelones, Maldonado, Rocha und Artigas, vom Frente Amplio regiert. In 12 Departamentos gewinnt der Partido Nacional und in 2 Regionen gewinnt der Partido Colorado. In Montevideo übernimmt trotz erdrutschartiger Verluste des Frente Amplio (46% gegenüber 61% in 2005), der seit über 25 Jahren erstmals Stimmverluste hinnehmen musste, mit Ana Olivera von der kommunistischen Partei, zum ersten Mal eine Frau das Bürgermeisteramt. 20. April 2010Der internationale Gerichtshof in Den Haag hat bezüglich des wegen zweier Zellstofffabriken seit Jahren schwelenden Streits zwischen Uruguay und Argentinien ein salomonisches Urteil gefällt. Zwar habe Uruguay gegen ein seit 1975 zwischen den beiden Staaten bestehendes Abkommen zur gegenseitigen Konsultationsverpflichtung bezüglich den Grenzfluss Río Uruguay betreffender Belange verstoßen, zu den von Argentinien beanstandeten Umweltverschmutzungen sei es jedoch nicht gekommen, auch habe Uruguay die ihm obliegenden umwelttechnischen Verpflichtungen eingehalten. Der Betrieb der Zellstofffabriken könne daher fortgesetzt werden und Uruguay sei zu keinerlei von Argentinien geforderten Ausgleichszahlungen verpflichtet. Zu den Blockaden der Grenzübertritte durch argentinische Umweltaktivisten äußerte sich der IGH allerdings nicht. Ein diesbezüglicher von Uruguay eingebrachter Antrag wurde bei dem Prozess abgelehnt. Das Urteil gab also in gewisser Hinsicht beiden Ländern Recht und entsprechend waren die Reaktionen der Politiker auf beiden Seiten des Río de la Plata. Eine Beilegung des Streits, vor allem hinsichtlich der Brückenblockaden ist jedoch zunächst weiterhin nicht in Sicht. „Der Streit wird fortgeführt!“, ließen die argentinischen Umweltschützer nach der Urteilsverkündung verlauten. Sie betitelten Uruguay und das Unternehmen UPM als Umweltterroristen und versprachen, die Sperrungen aufrecht zu erhalten, solange die Fabrik stünde - trotz des Urteils. Vor allem die Umweltaktivisten aus der argentinischen Grenzstadt Gualeguaychú hatten weiter reichende Konsequenzen erwartet und auf einen Abriss der Anlage gehofft. 9. März 2010Nach 20 Jahren besucht erstmals wieder ein deutscher Außenminister Uruguay. Guido Westerwelles Treffen mit Präsident José Mujica, der gerade erst seit etwas über einer Woche im Amt ist, hätte vor dem Hintergrund zweier, vor allem bezüglich ihrer politischen Ausrichtung, aufeinander prallender Welten kaum harmonischer verlaufen können. Mehr dazu in diesem Pressebericht. Außerdem dazu ein Interview der uruguayischen Wochenzeitung Búsqueda mit Guido Westerwelle. 10. Februar 2010Uruguays designierter Präsident José Mujica und der künftige Vizepräsident Danilo Astori geben vor etwa 1.500 Unternehmern, Wirtschaftsfachleuten, Politikern und anderen regionalen Größen im Hotel Conrad in Punta del Este eine vielbeachtete Grundsatzerklärung zur Gestaltung und Ausrichtung ihrer am 1. März beginnenden Amtsperiode, vor allem hinsichtlich in- und ausländischer Investitionen. Die Reden werden allgemein sehr positiv aufgenommen. Mehr dazu hier . 30. November 2009Uruguays neuer Präsident ab dem 1. März 2010 heißt José Mujica von der regierenden Linkskoalition Frente Amplio (Breite Front). Mujica konnte sich in der Stichwahl vom 29.11. mit 52,6 % gegenüber seinem Konkurrenten Luis Alberto Lacalle vom konservativen Partido Nacional durchsetzen, der 43,3 % erhielt. Mujicas erste Worte nach der Wahl galten den Anhängern der anderen Parteien: "Dass ich mit ein paar Stimmen mehr gewonnen habe, macht mich nicht besser als die Anderen. Denkt in dieser Nacht der Freude daran, dass andere betrübt sind und dass auch sie unsere Landsleute sind, unsere Blutsbrüder.", sagte Mujica. "Es gibt weder Sieger noch Besiegte!", rief er der jubelnden Menge zu. "Wir haben nur eine neue Regierung gewählt, eine Regierung, die aber nicht die Wahrheit gepachtet hat und die uns alle braucht. Meine Anerkennung geht an die Repräsentanten der National-Partei, der Colorado-Partei und der unabhängigen Partei, alles geschätzte Mitbürger. Macht in eurer Freude nicht den Fehler, Menschen mit anderen politischen Ansichten zu beleidigen. Morgen geht es mit unserem Land und unseren Verpflichtungen weiter. Ein alter Kämpfer bittet euch um eure Hilfe dabei. Meine Achtung geht an die Anhänger der National-Partei, meine Anerkennung an den Kandidaten der Colorado-Partei, Pedro Bordaberry, und mein Dank an die unabhängige Partei. Wir werden versuchen, im Geiste der Einheit unsere Pläne zu verwirklichen." 18. November 2009Als letztes von 32 Teilnehmerländern qualifiziert sich Uruguay für die Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika. In der Relegation gegen den vierten der Nord- und Mittelamerikagruppe Costa Rica, reichte den Himmelblauen nach dem 1:0 Sieg vom 14.11. in Costa Rica im Rückspiel im Estadio Centenario in Montevideo ein 1:1 um sich die 11. WM-Teilnahme zu erzittern. Bis zur letzten Minute war die Qualifikation gefährdet, denn nach dem Führungstreffer für Uruguay in der 70. Minute glich Costa Rica nur vier Minuten später aus und drängte in den letzten Minuten auf den Siegtreffer, der das Aus für Uruguay bedeutet hätte. Der Schlusspfiff war eine Erlösung und das Ende einer harten Qualifikationsrunde bei denen die Spieler der Celeste ihre Landsleute immer wieder in ein Wechselbad der Gefühle gestürzt hatten. Nach diesem letzten Spiel kannte daher die Freude kein Ende. "Hay que saltar, hay que saltar, el que no sata no va al Mundial!" - "Springt und hüpft, springt und hüpft - wer nicht springt, fährt nicht zur WM!" Bis in die frühen Morgenstunden tanzten und feierten die fußballverrückten Uruguayos in den Straßen Montevideos, nachdem sie vor 4 Jahren ebenfalls in der Relegation, damals gegen Australien, die Qualifikation verpasst hatten. 26. Oktober 2009Das Regierungsbündnis Frente Amplio gewinnt den ersten Wahlgang. Da jedoch keiner der Präsidentschaftskandidaten die absolute Mehrheit erhält, kommt es am 29. November zu einer Stichwahl zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten José Mujica (Frente Amplio) und Luis Alberto Lacalle (Partido Nacional). Pedro Bordaberry vom Partido Colorado rief seine Anhänger direkt nach der Wahl zu einer Unterstützung Lacalles auf. Bei der Wahl kamen gestern auch zwei von der Frente Amplio auf den Weg gebrachte Plebiszite zur Abstimmung. Erstens sollte im Ausland lebenden Uruguayern das Recht einer Briefwahl eingeräumt werden und zweitens ging es um die Aufhebung des Amnestiegesetzes für während der Zeit der Diktatur (1973 - 1985) begangene Verbrechen. Keine der beiden Eingaben erreichte die erforderliche Zahl der Stimmen. Für eine Briefwahl sprachen sich überraschend deutlich nur 36,93 % aus, für die Aufhebung des Amnestiegesetzes stimmten 47,36 %. 16. Juli 2009Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Anzahl der bestätigten Todesfälle aufgrund der Schweinegrippe in Uruguay inzwischen auf dreizehn angewachsen. 30. Juni 2009Eine 60-jährige Frau stirbt in Montevideo an der Schweinegrippe, die damit endgültig auch Uruguay erreicht hat. Weitere 12 Personen sind interniert.
30. Juni 2009Endgültige Ergebnisse der Wahl vom 28.06.09: Partido Nacional erhält 45,26 % der Stimmen, Präsidentschaftskandidaten: 1. Luis Alberto Lacalle 51,1 %, 2. Jorge Larañaga 42,9 %; Frente Amplio 40,14 %, Kandidaten: 1. José Mujica 52,2 %, 2. Danilo Astori 39,7 %; Partido Colorado 11,71 %, Kandidaten: 1. Pedro Bordaberry 72,3 %, Jose Amorin 14,8 % 29. Juni 2009Bei der gestrigen Wahl der Kandidaten für die im Oktober anstehenden Präsidentschaftswahlen gewinnen in allen Parteien die im Vorfeld favorisierten Politiker. Bei der zur Zeit regierenden Linksfraktion Frente Amplio kann José Mujica ersten bestätigten Auszählungen zufolge 54 % der Stimmen für sich gewinnen. Ex-Wirtschaftsminister Danilo Astori kommt auf 38 %. Bei der Nationalpartei (Patido Nacional) gewinnt wie erwartet Luis Alberto Lacalle mit 54% vor seinem Konkurrenten Jorge Larañaga mit 46%. Etwas überraschend fällt hingegen die Stimmverteilung zwischen den Parteien aus. Die bisher regierende Frente Amplio liegt dabei offensichtlich mit ziemlichem Abstand hinter der Nationalpartei. Mujica und Lacalle sind die mit Abstand aussichtsreichsten Präsidentschaftsanwärter. 11. April 2009Trotz der globalen Finanzkrise hält der Immobilienboom in Punta del Este an. Sozusagen zum krönenden Abschluss der diesjährigen Sommer-Saison wird in Puntas neuem Vorzeige-Projekt, dem preisgekrönten Acqua-Komplex, eine ca. 75 qm große Suite zum Rekordpreis von 7,3 Mio. US-Dollar verkauft. 4. April 2009Nach nur einem Tag wird Uruguay von der Schwarzen Liste der Steueroasen gestrichen. Der Generalsekretär der OECD Angel Gurría erhielt von Uruguays Finanzminister Alvaro García die schriftliche Zusicherung, dass das südamerikanische Land die OECD-Normen erfüllen werde. 3. April 2009Uruguay wird nach Abschluss des G20-Gipfels in London von der OECD neben Malaysia, Costa Rica und den Philippinen auf eine sog. Schwarze Liste der "Steuerparadiese" gesetzt. Den Ländern wird vorgeworfen, nicht mit den Steuerfahndern anderer Länder zusammen zu arbeiten. Die Liste wird von vielen Seiten heftig kritisiert und als Augenwischerei bezeichnet, da beispielsweise ansonsten oft als Steueroasen angeprangerten Gebieten wie der Isle of Man, Guernsey oder den amerikanischen Jungferninseln eine weiße Weste bescheinigt wird. 28. Februar 2009Nach ergiebigen Regenfällen im Februar hat sich die Lage landesweit normalisiert. 12. Januar 2009Die Regierung verhängt aufgrund der extremen Trockenheit nach langem Drängen der Landwirte den landwirtschaftlichen Notstand. Unter der Dürre leiden vor allem das Landesinnere und der Nordwesten. Nach Aussagen von Landwirtschaftsminister Ernesto Agazzi sind über 2,5 Millionen Hektar Weide- und Ackerland betroffen. Erschwert wird die Situation durch zahlreiche Brände in den Waldgebieten und auf den trockenen Feldern. In den städtischen Gebieten kommt es durch die Dürre immer wieder zu Engpässen bei der Versorgung mit Leitungswasser. Nach Angaben des staatlichen Wetteramtes ist in Uruguay im Jahr 2008 durchschnittlich nur die Hälfte der Niederschläge gefallen, die in den vergangenen Jahren registriert wurde. Der jetzt verhängte Notstand erlaubt staatliche Beihilfen zur Futtermittelversorgung für die Viehwirtschaft und billigen Strom zum Betreiben von Wasserpumpen. 10. Januar 2009Aufgrund einer bereits seit Monaten andauernden extremen Dürre verschärft sich landesweit die Situation in der Agrarwirtschaft und bei der Trinkwasserversorgung. Seit November kommt es vor allem in den dichter besiedelten Küstenregionen immer wieder zu Waldbränden. In einigen Regionen des Landes hat es schon seit Mitte 2008 keine erwähnenswerten Niederschläge mehr gegeben und da der Sommer gerade erst begonnen hat, rechnet man vorläufig auch nicht mit einer Entspannung der Lage. 5. Dezember 2008Uruguays Präsident Tabaré Vázquez tritt überraschend aus der Sozialistischen Partei aus. Hintergrund seiner Entscheidung ist die scharfe Kritik aus den eigenen Reihen nach seinem Veto gegen ein neues Abtreibungsgesetz. Das neue Abtreibungsgesetz wurde nach monatelangen harten Debatten vom Parlament denkbar knapp verabschiedet (49 Ja-, 48 Nein-Stimmen). Verglichen mit den in Europa üblichen Regelungen ist die Novelle nicht besonders revolutionär. Sie sieht eine soziale Indikation vor, also das Recht auf Abtreibung innerhalb der Drei-Monats-Frist etwa bei extremer Armut der Schwangeren. Vázquez, von Beruf Arzt und Spezialist für Krebserkrankungen, hatte stets klar gemacht, dass er als Abtreibungsgegner von seinem Veto-Recht Gebrauch machen wird. Die Anhänger der Reform innerhalb der Sozialistischen Partei sagten mit einiger Kaltschnäuzigkeit, man müsse es eben noch einmal probieren, wenn Vázquez nicht mehr im Amt sei. Uruguay wählt im Oktober 2009, und Vázquez darf der Verfassung zufolge nicht in direkter Folge für eine weitere Amtsperiode antreten. Für die Sozialisten ist der Verlust ihres Vormannes ein schwerer Schlag. Vázquez, 68, gehört der Partei seit den Zeiten der Diktatur inden Siebzigern an, als Bürgermeister von Montevideo von 1990 bis 1995 war er der erste linke Amtsträger in Uruguay überhaupt - eine Symbolfigur des linken Regierungsbündnisses Frente Amplio, in der die Sozialisten nur eine unter diversen anderen Linksgruppierungen sind. 17. November 2008Uruguays Fußball erlebt einen neuen Tiefpunkt. Nach einer Massenschlägerei von etwa 300 "Anhängern" im Anschluss an die Erstligabegegnung Danubio gegen Nacional in Montevideo hat der nationale Fußballverband AUF (Asociación Uruguaya de Fútbol) den Spielbetrieb bis auf weiteres gestoppt. Bereits 2006 waren die Spiele für mehrere Wochen unterbrochen worden, nachdem ein Fan erstochen worden war. Der nationale Fußball ist in Uruguay auf ein erbärmliches Niveau gesunken. Die Spiele der ersten Liga finden vor Minikulissen von manchmal nur 1.000 oder 2.000 Zuschauern statt und einige der Stadien würden in Europa selbst im Amateurbereich nicht genügen. 16. September 2008Der erst 4 Monate alte Staatenbund UNASUR, dem auch Uruguay angehört, verurteilt bei einem Treffen in Santiago de Chile jeden Versuch eines möglichen zivilen Staatsstreiches in Bolivien. Die Präsidenten aus 9 südamerikanischen Ländern sicherten Präsident Evo Morales Unterstützung zu und wendeten sich in einer 9 Punkte umfassenden Erklärung gegen derartige Bestrebungen oppositioneller Gouverneure, die für die fünf Unruheprovinzen mehr Autonomie fordern. Aufgrund dieser Erklärung scheint sich die Situation in Bolivien zu entspannen. Morales und die fünf gegnerischen Gouverneure wollen miteinander sprechen. Boliviens Präsident zeigte sich deshalb mit der Erklärung hoch zufrieden: "Zum ersten Mal in der Geschichte Südamerikas beschließen die Länder unter sich, die Probleme Südamerikas selbst zu lösen. Es ist bekannt, dass früher, sogar bei internen oder bilateralen Angelegenheiten in Lateinamerika diese in den Vereinigten Staaten entschieden wurden." 27. Juni 2008Vor der Küste Uruguays entdecken Geologen ein riesiges Erdgasfeld. Nach ersten Untersuchungen lagern zwischen 28 und 84 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Atlantik vor der Küste. Über mögliche Ölvorkommen in dem Gebiet gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. 23. Mai 2008Die zwölf Länder Südamerikas rufen einen Staatenbund zur Beschleunigung der regionalen Integration ins Leben. Die Gründungsurkunde der «Union der Südamerikanischen Nationen» (Unasur) wurde von den Staats- und Regierungschefs bei einem Gipfeltreffen in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia unterzeichnet. Den Vorsitz der Organisation übernimmt für das erste Jahr die chilenische Staatspräsidentin Michelle Bachelet. Unasur folge dem Modell der Europäischen Union, sagte der brasilianische Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva. Der Subkontinent werde dank der neuen Integrationsbemühungen einen «riesigen Sprung in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung» machen, versicherte er. Die Union sei ein entscheidender Schritt in Richtung der Integration Südamerikas. 21. April 2008Der frühere katholische "Armen-Bischof" Fernando Lugo gewinnt klar die Präsidentenwahl in Paraguay mit 40,8 Prozent und erzwingt damit einen historischen Machtwechsel. In den Straßen der Hauptstadt Asunción feiern Zehntausende Menschen den Sieg Lugos und das Ende der seit 61 Jahren ununterbrochen regierenden Colorado-Partei. Lugos Kontrahentin Blanca Ovelar von der Colorado-Partei konnte nur rund 30 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen. "Wir akzeptieren das Ergebnis", sagt die ehemalige Bildungsministerin und gesteht damit ihre Niederlage ein. Viele Beobachter glauben aber nicht, dass die Colorados Macht und Pfründe widerstandslos hergeben werden. Gewaltsame Unruhen und Tumulte in dem rund sechs Millionen Einwohner zählenden Land werden befürchtet. Mit Lugo an der Macht ist Paraguay nach Brasilien, Chile, Argentinien, Bolivien, Venezuela, Ecuador, Uruguay und Nicaragua das neunte Land in Lateinamerika mit einer linken Regierung. 17. April 2008Im Paraná-Delta werden von Großgrundbesitzern ca. 70.000 ha Buschland brandgerodet, eine Fläche, die mit der des Bundeslandes Hamburg vergleichbar ist. Die Rauchwolke zieht über den gesamten Rio de la Plata bis nach Montevideo und sogar Punta del Este. Der Flughafen von Buenos Aires muss zeitweise seinen Betrieb einstellen und mehrere Straßen werden gesperrt. Aufgrund der extremen Rauchentwicklung kommt es zu zahlreichen Verkehrsunfällen, bei denen neun Menschen sterben und über fünfzig verletzt werden. Wegen Atembeschwerden und Augenreizungen müssen zahlreiche Menschen in Krankenhäuser eingeliefert werden. Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner verurteilt das Vorgehen als unverantwortlich und irrational. Laut Regierung laufen bereits strafrechtliche Ermittlungen wegen vorsätzlicher Umweltzerstörung und Gesundheitsschädigung. 16. Januar 2008Paläontologen entdecken in Uruguay den Schädel eines wahrscheinlich ungefähr 1.000 Kilogramm schweren Nagetiers. Das wird aus der Vermessung des Schädels und einem Vergleich mit Überresten anderer Nagetiere geschlossen. Das Tier mit dem Namen Josephoartigasia monesi ist damit doppelt so schwer wie das bisher größte bekannte Nagetier Phoberomys und 16-mal schwerer als das Wasserschwein, das mit seinen 60 Kilogramm die Liste der größten lebenden Nagetiere anführt. 17. Dezember 2007Der letzte Militärmachthaber Uruguays, Gregorio Alvarez, wird festgenommen und in ein Militärgefängnis gebracht. Der 82-Jährige muss sich wegen des spurlosen Verschwindens von etwa 40 politischen Gefangenen in der Zeit der Diktatur vor Gericht verantworten. Alvarez war von 1981 bis 1985 Chef der Militärregierung. 10. Dezember 2007Im Hafen von Montevideo stößt das Kreuzfahrtschiff "Norwegian Dream" mit einem Frachter zusammen und wird am Bug beschädigt. Die 1700 Passagiere kommen mit dem Schrecken davon, der Hafen von Montevideo wird jedoch vorübergehend geschlossen, da bei der Kollision ein großer Teil der Ladung des Frachters über Bord geht. Das Schiff der Reederei Norwegian Cruise Line muss repariert werden, bevor es seine Reise von Buenos Aires nach Feuerland fortsetzen kann. 8. November 2007Uruguays Präsident Tabaré Vázquez erteilt während des Iberoamerika-Gipfels in Santiago de Chile die Erlaubnis zur Inbetriebnahme der umstrittenen Zellulosefabrik in Fray Bentos. Zuvor waren erneut Gespräche zwischen Uruguay und Argentinien ergebnislos beendet worden. Seit zwei Jahren hatten argentinische Umweltschützer gegen die Anlage demonstriert, die am Grenzfluss Río Uruguay liegt. Unterstützt wurden sie dabei von Argentiniens amtierenden Präsidenten Néstor Kirchner. Seine Ehefrau Cristina Fernández de Kirchner, die sein Amt am 10. Dezember übernimmt, hatte die Gegner des Projekts unmittelbar vor dem Gipfel aufgefordert, sich zu mäßigen. Die Fabrik nimmt am folgenden Tag um sechs Uhr Ortszeit ihren Betrieb auf. 29. Oktober 2007Uruguay bestellt als erste Nation das von der Initiative One Laptop per Child (OLPC) entwickelte so genannte 100-Dollar-Notebook. Das staatlich geführte Laboratorio Tecnológico del Uruguay ordert 100.000 Modelle für Schulkinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Bis 2009 sollen weitere 300 000 Laptops hinzukommen. Ziel der OLPC ist es, jedem Kind, dem eine ordentliche Schulbildung dadurch erschwert ist, dass es in einem weniger hoch entwickelten Land lebt, einen Laptop zum Lernen zur Verfügung zu stellen. Der Preis des Computers, der ursprünglich bei 100 Dollar liegen sollte, hat sich inzwischen allerdings fast verdoppelt. 2. Oktober 2007Uruguay will die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2030 zusammen mit Argentinien ausrichten - 100 Jahre nach der ersten WM, die in der Hauptstadt Montevideo stattfand. Das erklärt der Präsident des uruguayischen Fußballverbandes AUF, José Luis Corbo. Das Exekutivkomitee des südamerikanischen Verbandes Conmebol habe sich auf diese Kandidatur geeinigt. Eine gemeinsame Bewerbung hatte Uruguays Präsident Tabaré Vázquez schon vor zwei Jahren bei einem Besuch des Präsidenten des Weltfußballverbands Fifa, Joseph Blatter, in Montevideo befürwortet. 12. September 2007Russland will die bilateralen Beziehungen mit Uruguay vertiefen. Das teilt der russische Außenminister Sergej Lawrowbei seinem Besuch in Montevideo mit, wo er mit Präsident Tabaré Vázquez und Außenminister Reinaldo Gargano zusammentrifft. Im uruguayischen Parlament ruft Lawrow zur Zusammenarbeit bei Investitionen auf. Russland habe Know-how etwa in der Stromwirtschaft und beim Bau von Gaspipelines anzubieten. Uruguay, das zurzeit dem Mercosur vorsitzt, lädt Russland zum nächsten Gipfel des Wirtschaftsverbundes im Dezember ein. 1. Juli 2007Nach fast vierzig Jahren wird in Uruguay wieder eine Einkommenssteuer von bis zu 25 Prozent erhoben. Vor allem Selbständige müssen mit Einbußen rechnen, während Angestellte bisher schon Abgaben leisten mussten, die nun von der neuen Einkommensteuer abgelöst werden. Sie bildet das Herzstück einer Reform des Steuersystems, das als schwerfällig gilt und nun einfacher und fairer werden soll. 19. Juni 2007Uruguay gedenkt mit einem "Tag des nie wieder" der Opfer der Militärdiktatur von 1973 bis 1985. Die Feier am Geburtstag des Nationalhelden José Artigas solle die Versöhnung aller Uruguayer voranbringen, erklärt Präsident Tabaré Vázquez auf der zentralen Veranstaltung in Montevideo. Während rechtsgerichtete Ex-Präsidenten,unter anderem Vázquez' Vorgänger Jorge Batlle, erst gar nicht erscheinen, kommt es im Zentrum der Hauptstadt zu Zusammenstößen zwischen linken Gegendemonstranten und der Polizei. 30. Mai 2007Ohne Ergebnis beenden Uruguay und Argentinien in New York eine erste Gesprächsrunde im Konflikt um den Bau einer Zellulose-Fabrik. Argentinien wehrt sich seit eineinhalb Jahren gegen die inzwischen fast fertige Anlage des finnischen Botnia-Konzerns auf der uruguayischen Seite des Río Uruguay und verlangt eine Verlegung. Initiiert hatte die Vermittlungsgespräche der spanische König Juan Carlos. Beide Seiten erklären zwar ihren "guten Willen", den Streit beizulegen, weichen jedoch nicht von ihren Positionen ab. Im Juni soll erneut verhandelt werden. Mit einer Einigung wird jedoch nicht vor Ende des argentinischen Präsidentschaftswahlkampfs im Oktober gerechnet. Beobachter deuten das als Indiz dafür, dass eine Entscheidung zugunsten Uruguays hinter den Kulissen bereits gefallen ist. 10. Mai 2007Nach den schwersten Überschwemmungen seit 48 Jahren bittet Uruguays Regierung die Vereinten Nationen um Hilfe. Das Parlament hat den Staatsnotstand ausgerufen. Sieben der 19 Departamentos sind betroffen, 12 000 Menschen mussten evakuiert werden. Tausende Häuser und die öffentliche Infrastruktur sind zum Teil schwer beschädigt. 30 000 Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. In Durazno ist der Pegel des Río Yí auf 14 Meter über Normal angestiegen - der größte Teil der Stadt steht unter Wasser. 7. Mai 2007In Montevideo tritt das Parlament des Mercosur (Gemeinsamer Markt des Südens) zu seiner ersten Sitzung zusammen. Jedes der Mitglieder Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay stellt 18 Vertreter. Das noch nicht vollständig aufgenommene Venezuela nimmt mit Berater-Status teil. Die 72 Parlamentarier wählen den Paraguayer Alfonso González Núñez zum ersten Präsidenten des Organs mit ständigem Sitz in der uruguayischen Hauptstadt. Seine Entscheidungen sind für die Mitgliedsländer noch nicht bindend. 10. März 2007Der amerikanische Präsident George W. Bush trifft sich mit seinem uruguayischen Amtskollegen Tabaré Vázquez auf dessen Landsitz Anchorena etwa 180 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Montevideo. Uruguay ist die zweite Station auf der Lateinamerikareise des US-Präsidenten. Bei dessen Ankunft in Montevideo am Vortag hatten etwa 6000 Menschen gegen den Besuch demonstriert. In den Gesprächen zwischen Bush und Vázquez geht es vor allem um eine weitere Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen. 13. Februar 2007Das bekannte uruguayische Fotomodell Eliana Ramos wird im Haus ihrer Großeltern in Montevideo tot aufgefunden. Die 18-Jährige starb an einem Herzinfarkt, vermutlich infolge unzureichender Ernährung. Erst gut ein halbes Jahr zuvor, am 2. August 2006, war ihre vier Jahre ältere Schwester Luisel während einer Modenschau an Herzversagen nach Mangelernährung verstorben. Die Modewoche in Madrid entschloss sich daraufhin, keine stark untergewichtigen Modelle mehr auf den Laufsteg zu schicken. 25. Januar 2007Uruguay und die USA unterzeichnen in Montevideo ein Trade and Investment Framework Arrangement (TIFA). Uruguay müsse "seine Möglichkeiten für eine breitere Erschließung der Weltmärkte nutzen", so Wirtschaftsminister Danilo Astori zu dem Rahmenvertrag, der als Vorstufe eines Freihandelsabkommens gilt. Damit verschärft sich auch die Krise des Mercosur. Die Regierung in Montevideo wirft dem südamerikanischen Wirtschaftsverbund vor, seine Interessen vor allem in der Auseinandersetzung mit Argentinien nicht ausreichend zu berücksichtigen. 23. Januar 2007Schlappe für Uruguay im Rechtsstreit mit Argentinien: Montevideos Antrag auf eine einstweilige Verfügung wegen anhaltender Grenzblockaden wird vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag abgelehnt. Die Sperren verursachten keine irreparablen Schäden, so Gerichtspräsidentin Rosalyn Higgins. Damit bleibt der seit über einem Jahr schwelende Konflikt um den Bau einer Zellulosefabrik ungelöst. Vor allem Uruguays Ferienziele leiden unter den Protestaktionen: In den ersten beiden Wochen des neuen Jahres sind 20 Prozent weniger argentinische Touristen eingereist als im Vorjahreszeitraum, berichtet das Tourismusministerium. |